Workshop Open Science DELFI 2025
Ziele des Workshops
Sie fragen sich wie Open Science in interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu Bildungstechnologien umgesetzt werden kann? Sie interessieren sich für Einblicke aus der psychologischen Forschung und Praxis im Umgang mit Open Science oder aber wie in der Informatik Open Science aufgefasst und entwickelt wird? Dann kommen Sie in den Workshop des Arbeitskreises Open Science und diskutieren mit uns die Open Science in bildungstechnologischer Forschung und Entwicklung.
Der dritte Workshop des Arbeitskreises Open Science zielt darauf ab, gemeinsam mit der Fachcommunity die Forschungs- und Entwicklungsprozesse zu Bildungstechnologien unter der Berücksichtigung von Open Science Praktiken und Idealen zu beleuchten. Hierbei möchten wir insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen und (Quasi-)Standards zu Open Science betrachten und mit den Teilnehmenden diskutieren.
Hintergrund
Die Veröffentlichung von Forschungsdaten und Forschungssoftware im Kontext von Bildungstechnologien gestaltet sich immer noch als eine große Herausforderung für Forscherinnen und Forscher. Die wissenschaftliche Berichtslegung ist mehrheitlich auf natürliche Sprache ausgelegt und kann nur durch Anhänge oder zusätzliche Materialien um Softwareartefakte oder Daten sinnvoll erweitert werden. Unklare Anforderungen an Daten-/Code-Qualität, Dokumentation und beispielsweise Tests verhindern die zeitnahe Publikation und den Austausch von Forschungsdaten inklusive Software. Selbst im Rahmen der Fachcommunity und speziell der DELFI Fachtagung sind bisher keine Richtlinien oder Verfahren zur Publikation von Software und/oder IT-Infrastruktur etabliert. Zum einen sind Forschende nicht verpflichtet, ihre Daten bereitzustellen. Zum anderen ist die Begutachtung abgegebener Daten durch Peers in der Regel optional, oder teilweise auch unmöglich, und Peer-Review Richtlinien fehlen.
Vor dem Hintergrund der Anforderungen im Umgang mit Forschungsdaten (z.B. gemäß der Deutschen Forschungsgemeinschaft), den FAIR Prinzipien und deren Übertragung auf Software-Artefakte wird die Aktualität der Herausforderungen deutlich. Daten und Software sind kein Beiwerk im Forschungsprozess, sondern sind als Methode oder Ergebnis als wesentlicher Beitrag im Erkenntnisprozess zu verstehen. In der DELFI Community ist der enorme Handlungsbedarf bereits bekannt. So wurde im Dezember 2022 der Arbeitskreis Open Science mit dem Ziel der Verbesserung der Open Science-Kultur in unserer Fachgruppe gegründet. Darauffolgend wurde auch der erste und zweite Workshop zum Thema transparente und realistische Verfahren zur Publikation und der Begutachtung durchgeführt und veröffentlicht.
Die Psychologie hat in den letzten Jahren eine tiefgreifende methodische Krise durchlaufen, bekannt als „Reproducibility Crisis“. Diese Krise, ausgelöst durch eine Reihe von aufsehenerregenden Fällen von nicht-reproduzierbaren Studienergebnissen und einzelnen, schwerwiegenden Betrugsfällen, führte zu einer umfassenden Neubewertung existierender Forschungsbefunde und zur Entstehung der „Credibility Revolution“. Diese Bewegung hin zu offener Wissenschaft (Open Science), Transparenz und Reproduzierbarkeit von Forschungsdaten und -ergebnissen hat bereits umfangreiche Veränderungen wissenschaftlicher Praktiken bewirkt. Der eingeladene Vortrag von Dr. Bellhäuser beleuchtet zentrale Entwicklungen und Lektionen aus dieser Bewegung, die insbesondere für die Bildungstechnologie-Community wertvoll sind. Er zeigt auf, wie verstärkte Offenheit, kollaborative Forschungspraktiken sowie robuste methodische Standards die Glaubwürdigkeit und Qualität von Forschungsergebnissen verbessern können. Abschließend werden praktische Handlungsempfehlungen gegeben, wie Bildungsforschung und -technologie von diesen Errungenschaften profitieren und zu einer nachhaltigeren Wissenskultur beitragen können.
Ablauf des Workshops
Der halbtägige Workshop wird durch sich ergänzende Inputs zu Beginn gestartet und ist geprägt durch den aktiven Austausch der Teilnehmenden zu relevanten Fragen und Problemstellungen. Ein grober Ablauf sieht wie folgt aus:
- 13:30 Uhr: Begrüßung und Einstieg in die Kernthemen des Workshops und der AK Tätigkeiten rund um Open Science
- 13:45 Uhr: Zwei thematische Inputs in Form von Vorträgen mit anschließendem Raum für Fragen und Diskussion
- Perspektive der Psychologie: Von der Reproducibility Crisis zur Credibility Revolution (Redner: Dr. Henrik Bellhäuser)
- Perspektive der Informatik: Software und Daten in den Bildungstechnologien –
eine informatische Perspektive auf Open Science (Redner: Prof. Dr. Sven Strickroth)
- 14:45 Uhr: Abschluss der Inputs und Umbau
- 15:00 Uhr: Kaffeepause
- 15:30 Uhr: Vertiefende Kleingruppenarbeit (z. B. World Café) Diskussion entlang vorbereiteter Leitfragen zu den thematischen Inputs
- 16:15 Uhr: Präsentation der Ergebnisse und Ergebnissicherung
- 16:45 Uhr: Zusammenfassung und Abschluss
- 17:00 Uhr: Workshop Ende
Veröffentlichung der Ergebnisse
Die Ergebnisse der Diskussionen werden noch während der Kleingruppenarbeit dokumentiert und am Ende des Workshops durch die Leitung zusammengefasst. Die erarbeiteten Ergebnisse des Workshops werden von der Workshopleitung in einen Bericht übertragen, der in den Post-Proceedings veröffentlicht werden soll. Bei Interesse an Mitwirkung sind Teilnehmende angehalten die Workshopleitung direkt anzusprechen.
Workshop-Leitung
Der Workshop wird vom Arbeitskreis Open Science organisiert. Die Leitung vor Ort übernehmen Prof. Dr. René Röpke (TU Wien) und Dr. Henrik Bellhäuser (JGU Mainz).